Supply Chain
AI, Data & Analytics

Kann KI tatsächlich als nachhaltiger Problemlöser in der Lieferkette funktionieren?

14. Dezember 2021

7 Minuten

Der Nutzen künstlicher Intelligenz in der Supply Chain für nachhaltigen Wettbewerbsvorteil

Teil 2 – Blogserie zum Wertbeitrag von KI in der Lieferkette

Ist künstliche Intelligenz (KI) tatsächlich in der Lage, als nachhaltiger Problemlöser eines komplexen adaptiven Systems wie der Lieferkette zu dienen? In diesem Blog verdeutliche ich, warum wir annehmen können, mit der Fähigkeit von KI das Wissensmanagement der Lieferkette zu fördern.

Die wichtigsten Punkte des Blogs

Wir erwarten eine rational-entscheidende Lieferkette in der Zukunft

Wir erwarten eine rational-entscheidende Lieferkette in der Zukunft.

Der ständige Kampf um die widersprüchlichen Ziele zwischen hohem Kundenservice, geringen Beständen und niedrigen Stückkosten erfordert eine permanente Weiterentwicklung der Leistung der Lieferkette, um gegenüber anderen Lieferketten wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der aktuelle Wettbewerbsvorteil einer Lieferkette wird im Konzept der digitalen Supply Chain gesehen. Dieses Konzept ist bestimmt durch prädiktive und präskriptive Analytik auf Grundlage des Big Data Ansatzes mit angewandter künstlicher Intelligenz (KI) und wird im Internet-of-Things operationalisiert. In diesem Zusammenhang greifen die Diskussionen KI in Verbindung mit autonomen Agenten auf und wagen einen Ausblick auf eine nächste Stufe der Supply Chain Evolution, indem sie die Lieferkette als selbstdenkendes System definieren. Von diesen selbstdenkenden und selbstlernenden KI-gestützten autonomen Agenten wird erwartet, dass sie rational-begründete Entscheidungen treffen, die die wirtschaftlichen Interessen der Lieferkette verfolgen.

Das Ziel in der Lieferkette ist Intransparenz.

Das Ziel in der Lieferkette ist Intransparenz.

KI wird als überlegen gesehen im Vergleich zu traditionell entwickelter Anwendungssoftware, wenn es darum geht, frühzeitig Chancen oder Bedrohungen aus der Umwelt oder im täglichen operativen Geschäft zu erkennen. In der Zusammenarbeit mit menschlichen Experten ermöglicht KI spezifische Erkenntnisse, die anderen Lieferketten fehlen. Dadurch hat die Lieferkette mit einem hohen Anteil an KI-unterstützten Applikationen einen Wettbewerbsvorteil.

Diese Lieferkette muss vermeiden, dass eine Verbindung zwischen dem Ursprung des Wissens und seinen Ergebnissen verständlich und transparent wird. Nur diese Intransparenz zwischen Ursache und Wirkung verhindert, dass Konkurrenten diesen Wissensvorsprung duplizieren.

Eine KI berichtet, plaudert aber nicht!

Joachim Getto / Partner / Infront Consulting, Strategie-Beratung der KPS AG

Je offener und beobachtbarer das Wissen der Lieferkette ist, desto leichter kann es von Konkurrenten erlernt werden

Je offener und beobachtbarer das Wissen der Lieferkette ist, desto leichter kann es von Konkurrenten erlernt werden, und desto weniger wertvoll ist es, da die Gefahr besteht, dass es nachgeahmt wird.

KI-Anwendungen lernen ohne kodifizierte Programmierung, stellen Regeln auf und passen diese an, um ihre Algorithmen ohne menschliche Eingaben zu verarbeiten. Diese selbstlernende Fähigkeit von KI-Anwendungen schafft Ergebnisse, die auf implizitem Wissen, also nicht oder nur schwer beobachtbarem Wissen, beruhen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass KI Wissen vor der Duplizierung durch Wettbewerber schützt, und nachhaltige Wettbewerbsvorteile schafft.

Das Wissen innerhalb der Lieferkette muss zirkulieren.

Das Wissen innerhalb der Lieferkette muss zirkulieren.

Wissen in seiner Funktion als Wirtschaftsgut muss ständig innerhalb der Lieferkette zirkulieren und zwischen den Supply Chain Partner ausgetauscht werden. KI-Anwendungen als Teil einer Entität in der Lieferkette teilen ihr Wissen mit KI-Anwendungen anderer Entitäten, um die Leistung der Lieferkette zu verbessern. Dazu werden kompatible Kooperationsroutinen wie Formulare, Regeln, Verfahren, Konventionen, Strategien und Technologien benutzt. Neugeschaffenes und historisches implizites und explizites Wissen ist damit Teil eines gemeinsamen „kulturellen“ Schemas der Lieferkette. Historisches und neu geschaffenes Wissen als Teil der gemeinsamen Kultur ist in KI-Anwendungen wie Expertensystemen, Robotern, Bots oder autonom fahrenden Fahrzeugen gespeichert, die miteinander und mit einer gemeinsamen Plattform verbunden sind, die permanent mit Daten aus einem enorm großen Datensee gespeist werden.

KI-Anwendungen oder menschliche Experten greifen auf diesen Wissensbestand zu, können aber nur in begrenztem Maße ausdrücken, wie sie ihre einzelnen, aber miteinander verknüpften Aktivitäten verarbeiten und wie das Wissen entsteht. Daher sind das Netzwerk des individuellen Wissens und das allgemeine Wissen als Teil der gemeinsamen Kultur der Lieferkette durch den Wissensspeicher der dezentralen KI-Anwendungen und der zentralen KI-gestützten Plattform untrennbar miteinander verbunden und dementsprechend geschützt.

KI schafft nachhaltigen Wettbewerbsvorteil!

KI schafft nachhaltigen Wettbewerbsvorteil!

Da in Zukunft menschliche Experten in erheblichem Maße durch KI-fähige Agenten ersetzt werden ist eine hohe Anzahl impliziten Wissens in unzugänglichen Wissensspeichern in der Lieferkette vorhanden. Diese Konstellation erschwert es, die Verbindung zwischen den KI-Anwendungen und dem durch ihre Ergebnisse geschaffenen Wert zu verstehen, so dass KI zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen beitragen wird.

Vertiefen Sie das Thema und lernen Sie Praxisbeispiele in unserem Whitepaper „Erfolgsfaktoren zur Einbindung Künstlicher Intelligenz in Lieferketten“ kennen.

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