SAP Cloud ALM: Übersicht statt Puzzleteile
Wie Sie Prozesse, Tests und Monitoring in einem System zusammenführen
Systemlandschaften in Unternehmen waren noch nie so komplex wie heute. Wo bis vor einigen Jahren zumindest die zentralen Kernprozesse – Verkauf, Einkauf, Finanzen – in einem monolithischen ERP-System zusammenliefen, sind dieselben Prozesse heute über diverse In-House- und Cloud-Systeme verteilt, die miteinander kommunizieren müssen. CRM hier, Lieferantenmanagement dort, Finanzprozesse in der Cloud.
Die eigentliche Herausforderung für IT- und Operations-Teams ist dabei nicht die Verteilung an sich. Es ist die Frage:
Wie sichern wir technische Integrität, Durchgängigkeit und Testbarkeit dieser Prozesse über alle Systemgrenzen hinweg?
SAP hat darauf eine klare Antwort gegeben: Raus aus dem monolithischen Solution Manager, rein in SAP Cloud ALM – das Application Lifecycle Management für die Cloud-Ära.
Cloud ALM is ready to rumble. Das, was wir heute live sehen können, zeigt: Man kann es verwenden, es ist da, es läuft. Es bringt eine Vielzahl vorkonfigurierter Features „Out of the Box“ mit, die in der Vergangenheit manuell und mit erheblichem Aufwand umgesetzt werden mussten.“ – Wolfgang Sandmaier, Managing Director KPS
Schlüsselpunkte des Blogs
Was genau ist SAP Cloud ALM?
Was genau ist SAP Cloud ALM?
SAP Cloud ALM (Application Lifecycle Management) ist das Cloud-native Steuerungszentrum für SAP-Implementierungen und den laufenden Betrieb von SAP-Lösungen. Es deckt den gesamten Lebenszyklus einer SAP-Anwendung ab: von der ersten Prozessmodellierung über die Anforderungsdefinition, das Testing und die Auslieferung bis hin zum laufenden Monitoring im Produktivbetrieb.
Was SAP Cloud ALM von seinem Vorgänger, dem SAP Solution Manager, grundlegend unterscheidet, ist der konzeptionelle Ansatz: Statt eines schwer konfigurierbaren On-Premises-Monolithen bietet Cloud ALM eine integrierte, sofort einsatzbereite Plattform, die Prozessdesign, Systemdokumentation, Testmanagement und Betriebsüberwachung nahtlos miteinander verbindet.
Dazu kommt ein handfestes strategisches Signal von SAP selbst: Innovationen wie künstliche Intelligenz, Green Ledger oder neue Funktionsbereiche werden ausschließlich in der Cloud entwickelt. Für alle, die SAP S/4HANA Cloud oder hybride SAP-Landschaften betreiben, ist SAP Cloud ALM damit keine Option mehr, es ist der Weg.
Moderne SAP-Landschaften verbinden Dutzende von Systemen. ALM schafft den Überblick.
Von der Anforderung zum laufenden Betrieb: Die vier Kernbereiche
Von der Anforderung zum laufenden Betrieb: Die vier Kernbereiche
SAP Cloud ALM folgt einer klaren Ablauflogik, vom ersten Prozessdesign bis zum Monitoring im Produktivbetrieb. Diese vier Bereiche greifen ineinander.
Von der Prozessidee bis zum laufenden Betrieb: SAP Cloud ALM begleitet alle vier Phasen.
1. Prozessmanagement: Das Fundament für alles Weitere
Alles beginnt mit dem Prozessdesign. SAP Cloud ALM ermöglicht es, Geschäftsprozesse zu modellieren, zu dokumentieren und als Grundlage für alle weiteren Projektphasen zu verwenden.
Ein zentraler Vorteil: Wer bereits SAP Signavio für die Prozessmodellierung nutzt, kann Prozesse direkt in Cloud ALM synchronisieren – inklusive aller Aktivitäten und Prozessschritte. Für Unternehmen, die ARIS, Symbio oder sonstige BPMN-Formate verwenden, gibt es Importwege. Wer noch kein Modellierungstool einsetzt, kann direkt in Cloud ALM starten.
Der Mehrwert: Einmal modelliert, ist der Prozess zentrale Referenz für alle nachfolgenden Schritte – Anforderungen, Systemdokumentation, Testfälle und Monitoring. Was vorne ins System kommt, kann bis hinten als Sollwert in der Monitoring-Analyse verwendet werden.
2. Anforderungsmanagement: Vom Prozessschritt zur Umsetzungsaufgabe
Aus einem Prozessschritt in Cloud ALM lässt sich direkt eine Anforderung (Requirement) ableiten, also eine Anforderung, die alle fachlichen und technischen Voraussetzungen für die Systemumsetzung beschreibt. So entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Prozessdesign und der konkreten Projektumsetzung.
Auf Basis eines Requirements können Features angelegt werden, d. h. Sammler für technische Änderungen. Hier werden Transporte angelegt, Statuswerte gesetzt und der Fortschritt nachverfolgt. Das gesamte Deployment-Management lässt sich so steuern.
Das Ergebnis: vollständige Nachvollziehbarkeit von der ursprünglichen Geschäftsanforderung bis zur technischen Umsetzung – ohne Systembrüche, ohne Übermittlungsfehler, ohne Excel-Listen als Lückenfüller.
3. Testmanagement: Direkt aus dem Prozess in den Testfall
An diesem Punkt schätzen erfahrene SAP-Projektteams Cloud ALM besonders: Testfälle werden nicht neu erstellt, sondern aus bestehenden Prozessschritten abgeleitet. Wer einen Prozess in Cloud ALM dokumentiert hat, kann mit wenigen Klicks die relevante Aktivität selektieren und daraus einen strukturierten Testfall generieren – komplett mit Instruktionen und erwarteten Ergebnissen.
Das spart erheblich Zeit in der Testplanung und schließt die häufigste Fehlerquelle aus: Informationen, die beim manuellen Übertragen zwischen Teams verlorengehen oder unterschiedlich interpretiert werden.
Die Testausführung selbst erfolgt in einer sog. Test Execution Workbench, in der Testergebnisse dokumentiert, Defekte erfasst und direkt dem verantwortlichen Team zugewiesen werden. Testpläne ermöglichen strukturierte Testphasen. Die integrierte Analytics-Funktion gibt jederzeit Aufschluss über den Stand der Testausführung.
4. Testautomatisierung: Die Königsdisziplin
Für Regressionstest-Szenarien bietet Cloud ALM eine strategische Integration mit Tricentis Tosca – dem Marktführer für Testautomatisierung. Eine eingebettete Version von Tosca ist im Cloud-ALM-Tennant inklusive. Testfälle, die in Cloud ALM angelegt werden, können direkt als automatisierte Tests in Tosca ausgeführt werden.
Diese Integration schließt den Kreis: Wer SAP-Systemlandschaften kontinuierlich weiterentwickelt, kann sicherstellen, dass neue Funktionen keine unerwarteten Auswirkungen auf bestehende Prozesse haben – automatisiert, planbar, reproduzierbar.
Was SAP Cloud ALM out of the box mitbringt
Was SAP Cloud ALM out of the box mitbringt
Viele Entscheider befürchten beim Thema „neue Plattformen“ eine lange Anlaufphase, bis schließlich alles wie gewünscht läuft. SAP Cloud ALM kann diese Angst wirksam entkräftet. Denn die Plattform kommt mit einem umfangreichen Set an vorkonfigurierten Inhalten, welche sie sofort nutzbar macht:
- SAP Best Practice Prozesse (Scope Items) stehen direkt zur Auswahl als Vorlage für Fit-to-Standard-Workshops
- SAP Activate Roadmaps liefern strukturierte Vorlagen für Projektaufgaben nach bewährter Implementierungsmethodik
- Standard-KPIs für das Business Process Monitoring sind sofort auswertbar
- Die Tricentis-Integration ist im Standard enthalten – ohne zusätzlichen Implementierungsaufwand
Was die Lizenzkosten betrifft: SAP Cloud ALM ist für SAP Enterprise Support Cloud Customers bereits im Support-Vertrag enthalten. Die integrierte Tricentis-Basisversion ist ohne Aufpreis nutzbar, mit jeweils definierten Schwellenwerten für Testuser und Testläufe pro Monat.
SAP Cloud ALM gibt Unternehmen wertvollen Vorsprung
SAP Cloud ALM gibt Unternehmen wertvollen Vorsprung
Denn Unternehmen profitieren unmittelbar und rasch von den verbundenen Vorteilen. Warum also warten? Wer gerade ein neues SAP-Projekt beginnt, sollte Cloud ALM direkt als ALM-Plattform einsetzen. Wer noch in einem laufenden Projekt steckt, kann das Monitoring sofort aufsetzen und schrittweise weitere Bereiche übernehmen.
Was weniger empfehlenswert ist: weitere Investitionen in den Ausbau bestehender Solution-Manager-Infrastruktur. Mit dem Supportende 2027 wird dieser Weg früher oder später sowieso beschritten werden müssen – wer früh einsteigt, hat mehr Zeit, die Migration in Ruhe zu gestalten.
Wie KPS bei der Einführung von Cloud ALM unterstützt
Wie KPS bei der Einführung von Cloud ALM unterstützt
KPS begleitet SAP-Implementierungen seit 25 Jahren. Was in dieser Zeit als Best Practice gewachsen ist – die Kombination aus Jira für Projektmanagement, Signavio für Prozessmodellierung, Q-Test und Tosca für Testing – findet sich heute in der integrierten Welt von Cloud ALM wieder.
KPS begleitet Unternehmen von der Analyse über das Setup bis zum produktiven Betrieb von SAP Cloud ALM.
KPS unterstützt Unternehmen in drei typischen Einstiegsszenarien:
Schlussfolgerung
Schlussfolgerung
SAP Cloud ALM ist längst keine Zukunftsvision mehr – es ist heute der operative Standard für moderne SAP-Landschaften. Unternehmen, die frühzeitig mit der Umstellung beginnen, profitieren von einer strukturierten, vollständig integrierten Plattform, die Prozessgestaltung, Tests und Live-Überwachung miteinander verbindet, ohne dass dabei die Probleme veralteter Tools auftreten. Da der Support für den SAP Solution Manager im Jahr 2027 ausläuft, stellt sich nicht die Frage, ob die Umstellung erfolgen soll, sondern wie schnell.
Q&A: Das Wichtigste über SAP Cloud ALM
Q&A: Das Wichtigste über SAP Cloud ALM
Was ist der Unterschied zwischen SAP Cloud ALM und dem SAP Solution Manager?
Der Solution Manager ist eine On-Premises-Lösung, die bis Ende 2027 von SAP unterstützt wird. SAP Cloud ALM ist der cloudbasierte Nachfolger, von Grund auf für Cloud- und hybride SAP-Landschaften konzipiert. Im Gegensatz zum Solution Manager kommt Cloud ALM mit kürzerer Einrichtungszeit, modernen UIs und direkter Integration in SAP Signavio und Tricentis Tosca.
Muss ich SAP Signavio nutzen, um mit Cloud ALM arbeiten zu können?
Nein. Signavio ist die empfohlene und am direktesten integrierte Lösung. Cloud ALM unterstützt aber auch den Import von BPMN-Dateien und anderen Formaten sowie die direkte Modellierung in der Plattform selbst.
Ist SAP Cloud ALM für kleine und mittlere Unternehmen geeignet?
Ja. Da Cloud ALM im SAP Enterprise Support enthalten ist und keine separate On-Premises-Infrastruktur erfordert, ist der Einstieg gerade für mittelständische Unternehmen erheblich niedrigschwelliger als beim Solution Manager.
Entstehen zusätzliche Lizenzkosten für Tricentis Tosca in Cloud ALM?
Die integrierte Basisversion von Tosca ist im Cloud-ALM-Tennant enthalten, ohne Zusatzlizenz. Es gibt Schwellenwerte für die Anzahl der Testuser und Testläufe pro Monat. Wer darüber hinausgeht, benötigt eine separate Tricentis-Lizenz.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in SAP Cloud ALM?
Der richtige Moment in SAP Cloud ALM einzusteigen, ist jetzt. Denn mit dem Monitoring kann sofort begonnen werden, ohne bestehende Projekte zu beeinflussen. Für neue SAP-Implementierungen gilt: Direkt in Cloud ALM starten und keine Investitionen mehr in den Ausbau alter Infrastruktur tätigen.
Was ist ein SAP Readiness Check im Kontext von Cloud ALM?
Der Readiness Check ist ein SAP-Tool, das prüft, welche Funktionen und Scope Items im eigenen Sap Solution Manager bereits verfügbar sind. Er ist der empfohlene erste Schritt vor der Einführung und zeigt, wie eine schrittweise Migration in Cloud ALM aussehen kann.
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