DODENHOF: Vorbereitung auf die Digitalisierung im Möbelhandel

Auch im Möbelhandel spüren stationäre Händler den wachsenden Druck durch Pure Player. Selbst große Möbel, ja ganze Wohnlandschaften, werden mittlerweile online gekauft, vor Ort aufgebaut und problemlos wieder zurückgenommen - die Retourenquote bei Möbeln liegt zwischen drei und zehn Prozent. Das Familienunternehmen dodenhof in Norddeutschland beschloss, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen.

Die Herausforderung

dodenhof ist größter Shoppingcenter-Betreiber Norddeutschlands und gleichzeitig integrierter Händler – auf rund 180.000 qm Fläche stehen großflächiger Möbel-, Mode-, Sport-, Technik- und Lebensmittelhandel im Eigenbetrieb, rund 50 Shopflächen werden u.a. an Unternehmen wie H&M, Esprit, Aldi vermietet. Drei Warenwirtschaftssysteme und ein Finanzpaket mussten abgelöst, digitale Frontends für den Mobile Commerce eingeführt und aussagekräftige  Daten zur Unterstützung von Cross-Selling-Prozessen zur Verfügung gestellt werden. In den funktionalen Bereichen war kein übergreifendes Prozessverständnis gegeben, die Organisation sollte innerhalb kürzester Zeit von einem funktionalen in ein prozessuales Denken und Handeln geführt werden. Der Komplexitätsgrad der Einzelhandelsfunktionen im Möbelbereich und deren Integration ins Gesamt-Prozessmodell war eine besondere Herausforderung: die individuelle Produktgestaltung durch den Kunden erfordert die Unterstützung integrierter Prozesse in Echtzeit im Hintergrund, reine Einzelhandelsfunktionen wie der Verkauf über die Kasse – also die B2C-Funktionen – mussten mit den B2B-Bestell- und Auftragsabwicklungsprozessen integriert sowie zwei Millionen Artikelstammdaten konsolidiert und ins Produktivsystem übernommen werden.

Die Lösung

Als deutschlandweit erster Möbelhändler hat dodenhof SAP Retail auf Basis des KPS Best Practice-Modells für den Möbelhandel implementiert. Im Rahmen des nur 20 Monate dauernden Projektes wurden die Prozesse für alle Geschäftsbereiche vereinheitlicht und integriert sowie eine moderne technologische Infrastruktur geschaffen, die an zukünftigen Software-Neuentwicklungen rasch partizipieren kann. Übergreifende und Detailprozessschritte wurden interaktiv erarbeitet, es erfolgte ein enges Monitoring durch Fortschrittspläne mit über 4.000 Testpunkten. Alle Altsysteme für Warenwirtschaft und die Finanzbuchhaltung wurden mit dem neuen SAP-System abgelöst. Schnittstellen wurden über den EAI-Bus erarbeitet, finale Tests mittels genauer Testpläne durch die Fachabteilung abgenommen. Die dodenhof-Geschäftsprozesse wurden mit dem KPS Branchen-Referenzmodell abgeglichen und in wenigen Wochen mittels Rapid Prototyping im SAP System dargestellt. Für ein erfolgreiches Change  Management wurden Mitarbeiter über die gesamte Laufzeit durch sogenannte Change Agents informiert und auch in der hypercare-Phase besonders unterstützt.

Der Kundennutzen

Für die Beratung durch den Verkäufer auf der Fläche entwickelte KPS das Auftragscockpit iFurniture am Tablet, welches es ermöglicht, im Kundengespräch optimal auf dessen Wünsche einzugehen und gleichzeitig im Hintergrund die integrierten Geschäftsprozesse für Kommissionierung, Bestellabwicklung, Lieferung, Service oder Montageaufträge in Echtzeit anzustoßen. Generelle Anforderungen der Möbelbranche und spezielle Anforderungen dodenhofs wurden in System und Prozessen sichergestellt und gleichzeitig eine höchstmögliche Akzeptanz im Unternehmen erreicht. dodenhof verfügt nun über die erforderliche IT-Infrastruktur, flexible Geschäftsprozesse und die erforderlichen Daten, um weitere Themen wie das digitale Kundenmanagement zur Erhöhung der Kundenbindung und für die Personalisierung von Angeboten auch über den Möbelhandel hinaus in die Bereiche Fashion, Lebensmittel, Elektronik oder Sport weiter zu entwickeln. Das KPS AMS – Application Management Services – Team übernahm den Support und die Unterstützung der Anwender nach Go Live.